Zug um Zug Kartenspiel  
    Autor : Alan R. Moon
    Verlag : Days of Wonder
    2 - 4 Spieler  / ab 8 Jahre

 96 Wagenkarten

46 Zielkarten

6 Bonuskarten

Ich darf sagen, dass ich im Rahmen von Spielen eher zu den Warm-
duschern gehöre. Meine liebsten Spiele sind meistens Spiele, in denen
nur selten der Mitspieler geärgert werden kann, in denen jeder so seine
eigenen Brötchen backt und wo Erfolg und Misserfolg nicht davon
abhängig ist, ob meine Mitspieler mich ärgern oder nicht, sondern davon,
ob ich gut spiele oder nicht.
 
Also so ein richtiger Warmduscher und Warmduscher haben bei diesem
Spiel wenig Freude, denn hier wird geärgert.
 
Da habe ich zwei schöne rote Wagenkarten in meinem Verschiebe-
bahnhof liegen und ein Mitspieler hat keine andere Idee, als ebenfalls
rote Wagenkarten auszulegen, aber eben drei rote Wagenkarten und
auch noch mit einem Joker gerade so geschafft. Die Konsequenz, dass
ich damit meine roten Wagenkarten auf den Ablagestapel legen muss,
verursacht dann beim Mitspieler noch nicht einmal die gewünschte
Traurigkeit über meinen Verlust, nein, eher eine gewisse Freude ist
in seinem Gesicht festzustellen und das ärgert noch mehr.
 
Da ich, wenn ich wieder an der Reihe bin, aus meinem Verschiebe-
bahnhof von jeder Farbe meiner Wagenkarten eine Karte auf den
Unterwegs-Stapel legen muss, wird mir die Farbe Rot fehlen.
Und jetzt habe ich Warmduscher ein weiteres Problem, denn vor
mir liegen meine Zielkarten, die ich mit bestimmten Farben der
Wagenkarten erfüllen muss. Dies sind die Farben, die in meinem
Unterwegs-Stapel liegen und diese Karten darf ich mir nicht mehr
anschauen. Ja, Sie haben richtig verstanden, bestenfalls merkt
sich der Spieler alle Karten, die er in seinen Unterwegs-Stapel liegen
hat, denn diese werden verdeckt abgelegt und dürfen nicht mehr
angesehen werden. Da ich mir noch nicht mal den Hochzeitstag
meiner Frau und mir merken kann, kommt mir diese Spielregel
sehr entgegen.

Und um den Wahnsinn noch zu erhöhen, kann ich auch noch
Zielkarten nachziehen, na ja, irgendwelche Wagen werden später
schon passen, denn Zielkarten geben ganz bestimmte Farben
von Wagenkarten vor, die zur Erfüllung notwendig sind.
Ein Problem gibt es allerdings noch. Wer Zielkarten nicht erfüllt,
bekommt die dort angegebenen Punkte abgezogen.

Also gilt es wieder Wagenkarten nachzuziehen, in den Verschiebe-
bahnhof zu legen und zu hoffen, dass die Mitspieler keine
merkwürdigen Ideen haben.

Außerdem bekommt jeweils derjenige Spieler, der die meisten
Zielkarten für eine der Großstädte erfüllt hat, noch einmal
zusätzliche Bonuspunkte.

Sind die Wagenkarten aufgebraucht, kommt es zur Endwertung
und wer dann die meisten Punkte besitzt, gewinnt das Spiel

Fazit eines Warmduschers:

Wenn ich von den oben genannten Ärgerfaktoren einmal absehe,
ein schönes Spiel. Die Spielelemente Verschiebe-Bahnhof,
Unterwegs-Stapel und Zielkarten passen gut zusammen und
irgendwie ist das Ganze auch spannend.

Das Spielmaterial ist sehr ansprechend, die Spielanleitung
etwas kompliziert aufgebaut.

So bleibt der Gesamteindruck:
Ein schönes Spiel, dass bestimmt seine Zielgruppe finden wird.
Für mich eher ein Spiel, was ich wieder spielen werde, wenn es
von Mitspielern gewünscht wird.
 

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