Zooloretto 
Spiel des Jahres: Nominierungsliste (2007)
 Rezension von Peter Zanow 

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Autor :   Michael Schacht

Bild von 'Zooloretto'

Verlag :   Abacusspiele
Spieler :   2 - 5 Spieler
Alter :   ab 8 Jahre
Dauer :   ca. 45 Min.

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Heute gehen wir in den Zoo, viel mehr wir bauen einen Zoo.
Als dritter Teil der Zoloretto-Serie wagte man den Schritt aus einem Karten- ein Brettspiel zu machen. Dieser Versuch ist durchaus gelungen!!


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Viele Pappcounter, Spielpläne für den Zoo, sehr abstrakte
Transportwagen.


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zooloretto2.jpg (3267379 Byte)

Papa, gehen wir jetzt in den Zoo?“
„Nein, das habe ich nicht gesagt. 
Wir spielen jetzt Zooloretto, habe ich gesagt.“
„Ach soo! Gibt es da einen Knut?“
„Nein! Es gibt Kamele, Kängurus, Elefanten, Schimpansen, Flamingos, Leoparden, Zebras und Pandabären.“
„Aber warum gibt es keinen Knut?“
„Weiß ich doch nicht! Vielleicht hat man in Dreieich noch nicht von ihm gehört. Vielleicht gibt es ihn später mal, in einer Erweiterung.
Schau mal, dieser Pandabär, das könnte doch Knut mit dreckigen Ohren sein, ok?“
 
„Na guut! Was muss ich jetzt machen?“
„Du hast einen Zoo, den möchtest du mit Tiere füllen damit die Besucher kommen.“
„Dann nehme ich die Elefanten, Schimpansen, den dreckigen Knut…“
„Nein, nein, nein! Alle Teile werden verdeckt gemischt und du musst dann überlegen, ob du ein Teil vom Haufen nimmst und auf einen Wagen offen hinlegst oder ob du einen Wagen nimmst, auf dem schon Sachen liegen. Wenn du allerdings den Wagen nimmst, darfst du nichts mehr machen, bis alle einen Wagen genommen haben. “
 
„Da ja noch alles leer ist, nehme ich natürlich ein Teil vom Haufen. Och, das ist ja kein Tier, nur so’n doofer Wagen. Igitt, da sind ja nur Äpfel drauf. Was soll ich denn damit?“
 
„Die Verkaufsstände bringen auch Punkte und wenn das Gehege nicht ganz voll ist, sorgt wenigstens der Stand dafür, dass die Besucher kommen und man bekommt wenigstens ein paar Punkte zusätzlich. Aber eigentlich möchte man lieber, dass das Gehege voll ist.“
 
„Aber Äpfel? Die schmeißt man dann den Wärter an den Kopf, um sie daran zu erinnern, dass man eigentlich Knut und Eis will!“
 
„ES GIBT IN DIESEM SPIEL KEINEN KNUT!!! Bestimmt gibt es einen Eisstand, aber keinen Knut! Ich bin dran, ich habe eine Münze gezogen. Die braucht man für die Münzaktionen.“
 
„Gibt es in diesem Spiel wirklich Tiere? Oh, ich habe einen Elefanten gezogen. Den lege ich gleich in meinem größten Gehege.“
„Auf den Wagen!“
 
„Och, männo, der hätte so schön in meinen Zoo gepasst. Schau mal, der guckt ganz traurig, dass er nicht in meinen Zoo darf.“
„In den Wagen!“
 
5 Minuten und ein bisschen Grummeln später:
„Dann nehme ich jetzt den Wagen mit dem Leopard, den Zebra und den Elefanten und packe alle in das große Gehege.“
„Nein!“
„Nein?“
„In jedem Gehege darf immer nur eine Tierart liegen.“
„Aber wie der Leopard versucht das Zebra zu beißen und der Elefant sich schützend vor dem Zebra stellt, das wollen die Besucher sehen.“ 
„Nicht in diesem Spiel.“
 
„Och mist, dann muss ich ja einen in den Stall legen. Der bringt doch zum Schluss wieder Minuspunkte. Aber dafür habe ich Papa und Mama Zebra, da bekomme ich sofort Zebra junior. Und dann ist das Gehege voll und ich bekomme Münzen. Haben wir uns eigentlich schon auf einen Siegerpreis geeinigt? Was kann ich eigentlich mit den Münzen machen?“
 
„ Mit diesen kannst du entweder umbauen, Sachen aus einem anderen Stall kaufen, Sachen aus dem eigenen Stall abgeben oder dein Gelände erweitern.“
 
„Dauert das Spiel noch lange?“
„Nein, das Spiel dauert zwischen 30-45 Minuten.“
„Ich frage nur, weil Knut kommt gleich im Fernsehen und…“
Na gut, kommen wir also zum Fazit.

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Zooloretto ist der dritte Vertreter der Zoloretto-Familie. Vorher waren da Coloretto und Coloretto Amazonas, beides Kartenspiele.
 
Dies ist mal ein ungewöhnlicher Weg, sonst gab es eigentlich öfter den Weg vom Brett- zum Kartenspiel, mit mehr oder weniger Erfolg.

Zooloretto, dies mal vorweg, ist als einer meiner beiden Favoriten zum Titelgewinn schon mal auf der Nominierungsliste gelandet.
Vieles spricht dafür: einfacher schneller Spieleinstieg, familientauglicher Spielhintergrund, jahrelange mutige Verlagsarbeit, die auch mal gewürdigt werden sollte!
 
Woher nimmt dieses Spiel seine Spannungsmomente? 
1. Ziehe ich oder höre ich auf? Der Wagen sieht schon schick aus, aber vielleicht kann er noch schicker werden, aber dann nimmt ihn mir vielleicht jemand vor der Nase weg.
2. Hmm, dieses Tier kann ich ja gar nicht brauchen. Aber er auch nicht und dieser eine Wagen würde so schön zu ihm passen. Dann legen wir dieses Tier doch zu diesem Wagen. Huch, kann der aber böse gucken!
 
Was ich damit sagen will: Lasst eure Fingernägel vor einer Runde mit diesem Spiel wachsen, ihr werdet sie brauchen.
 
Was spricht gegen den Titelgewinn?
 
Für meinen Geschmack ist es etwas zu einfach gestrickt, grundsätzlich ist es eigentlich immer die gleiche Frage, die man sich stellt, nehme ich das oder das, dies ist mir zu wenig, aber vielen reicht es. 
 
Die 2-Personen Regel wirkt auch etwas merkwürdig. Warum habe ich für weniger Tierarten plötzlich mehr Platz? Das Hauptproblem beim Mehrpersonenspiel entsteht nämlich durch Platzprobleme, man bekommt überhaupt nicht alle Tierarten unter.
 
Die erste Reaktion bei einer Spielgruppe nach betrachten des Covers: Wieso bringst du denn ein Kinderspiel mit?
 
Kein Knut! Nein, nein, das war ein Scherz, außerdem bietet dies ja durchaus Möglichkeiten für kommende Erweiterungen.
 
Aber das wäre doch mal eine Aktion – Preisverleihung im Berliner Zoo, die Abakus-Leute präsentieren ihr Spiel in Pandakostümen in Knuts Gehege.
Ich wünsche jedenfalls viel Erfolg und wenn es der Titel nicht wird, war es eine sehr knappe Entscheidung.

P.S. Aber eine Sache gibt es doch zu kritisieren. Mittlerweile sind Zipp-Tüten oder Stoffbeutel als Aufbewahrungsbehälter für umherfliegende Pappteile eigentlich üblich.
Warum nicht bei Abacus? 

 

 

Einzelbewertung
Noten
1=sehr schlecht bis 10=sehr gut

Peter
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
 

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Weitere Infos zum Spiel erhalten Sie über Luding :
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/20665