Die Säulen der Erde

zurück zur Übersicht

Autor : Michael Rieneck und Stefan Stadler

Bild von 'Die Säulen der Erde'

Verlag : Kosmos-Verlag
Spieler : 2 - 4 Spieler
Alter : ab 12 Jahre
Dauer : ca. 90 bis 120 Min.

   

     

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
  
Einleitung

England, Anfang des 13. Jahrhunderts - die größte und schönste Kathedrale soll gebaut werden und jeder Spieler möchte als Baumeister mit seinen Handwerkern den größten Beitrag dazu leisten. Runde um Runde verstreicht ein Jahrzehnt, in dem der Abbau der Baustoffe vorangetrieben wird, leistungsfähigere Handwerker eingestellt und wichtige Entscheidungen getroffen werden. Denn vielleicht könnte eine Audienz beim König den entscheidenden Vorteil bringen. Aber auch ein Aufenthalt im Kloster könnte lohnend sein, ebenso wie ein guter Draht zur Handwerkergilde. Schade nur, dass man sich immer für eines entscheiden muss!
 

Spielausstattung

 
1 Spielplan
12 Baumeister ( je drei in den vier Spielfarben )
4 große Arbeiter ( pro Spielfarbe einer )
28 kleine Arbeiter ( je 7 in den Spielfarben )
4 kleine graue Arbeiter
1 kleiner schwarzer Arbeiter
82 Baustoffe ( 23 x Stein, Holz, Sand, Metall )
8 Holzscheiben ( je 2 in den Spielfarben )
1 schwarzer Kostenstein
36 Handwerkerkarten 
9 Baustoffkarten
16 Vorteilskarten
10 Ereigniskarten
4 Übersichtskarten
1 Steuerwürfel ( mit den Werten 2,3,3,4,4,5 )
1 Kathedrale aus Holz ( 6 Bauteile )
1 Stoffbeutel

Bild von 'Die Säulen der Erde'

Das Spiel

In 6 Spielrunden hat jeder Spieler das Ziel, möglichst viele Siegpunkte zu erreichen.
Jede Spielrunde beinhaltet drei Spielphasen. In der dritten Spielphase sind es 
sogar 14 einzelne Auswertungspunkte und doch brauchen Sie keine Angst zu haben :
Die dritte Spielphase ist weder übermäßig lang, noch kompliziert, da alle Auswertungs-
punkte direkt auf dem Spielplan checklistenartig gespielt werden. 

Spielphase I

Dazu stehen uns Handwerkerkarten zur Verfügung, die vor dem Spiel nach Runden 
sortiert wurden. Dazu sind auf den Handwerkerkarten-Rückseiten die Zahlen 1 - 6
abgebildet. Für die erste Spielrunde werden alle sechs Handwerkerkarten mit der 1 aufgenommen und davon vier Karten als Auslage ausgelegt. Die restlichen Karten werden nicht mehr benötigt. Zwei der vier Karten werden offen auf den 10. Abschnitt der 
dritten Spielphase gelegt. Die verbliebenen zwei Karten kommen unter das Spielbrett 
in eine Auslage. 

In diese Auslage kommen auch noch sieben Baustoffkarten gelegt. Davon gibt es 
neue Karten, die jede Runde wieder neu gemischt werden. 

In dieser Spielphase I können nun die Spieler sich Karten aus dieser Auslage nehmen. 
Angefangen beim Startspieler wird dies reihum so lange wiederholt, bis alle Karten 
der Auslage genommen wurden oder keiner mehr Karten will. 

Nimmt sich ein Spieler einen Handwerker, kostet ihn dies Gold. Wie viel Gold er einsetzen
muss, steht auf der Handwerkerkarte. Um dies vorweg zu nehmen, liegen auch noch zwei
Handwerker auf dem 10. Abschnitt in Spielphase III, die es kostenlos gibt, sofern der
Spieler dort einen Baumeister einsetzt - dazu gleich mehr. 

Es gibt ganz verschiedene Handwerker, wo denen der Spieler am Anfang des Spiels 
schon 3 Karten erhalten hat :
1 Mörtelmischer
1 Schreiner
1 Steinmetz
 
Auf jeder Handwerkerkarte stehen 3 wichtige Ertragsangaben.
Anzahl der benötigten Rohstoffe, wie oft diese produziert werden können und 
wie viele Siegpunkte es dafür gibt. Auf dem Mörtelmischer steht zum Beispiel : 
Für 3 Kies - dies kann 1 x vollzogen werden - erhältst Du 1 Siegpunkt.
Diese Werte erhöhen sich im Laufe des Spiels durch neue Handwerker.
Es werden weniger Rohstoffe benötigt und es gibt dafür mehr Siegpunkte.
Außerdem gibt es Handwerker, die mehrfach in einer Spielrunde Rohstoffe
in Siegpunkte umwandeln können. Bedauerlicherweise darf aber nur jeder 
Spieler fünf Handwerker besitzen und dies bedeutet, dass auch einmal 
ein Handwerker eiskalt entlassen werden muss, um einen freien Platz 
zu erhalten. Spielen ist halt Leben. 
 
Außer Handwerker kann der Spieler auch Baustoffkarten nehmen. 
Baustoffkarten berechtigen den Spieler, bestimmte Rohstoffe abzubauen. 
Dazu hat jeder Spieler zu Anfang des Spiels Arbeiterspielfiguren in seiner Farbe bekommen. 7 kleine Spielfiguren ( je 1 Arbeiter ) und eine große Spielfigur ( 5 Arbeiter ).
Auf jeder Baustoffkarte steht, wie viele und welche Rohstoffe er abbaut und wie viele
Arbeiter er dafür einsetzen muss. Nimmt sich ein Spieler eine Rohstoffkarte, stellt 
er die benötigte Anzahl an Arbeiter in das dafür vorgesehene Rohstofffeld auf dem 
Spielbrett. Hat ein Spieler nicht mehr genug Arbeiter um eine Rohstoffkarte zu nehmen, 
kann er die Karte nicht erwerben. Für übrig gebliebene Arbeiter gibt es aber ein 
Extrafeld auf dem Spielplan : "Wollmanufaktur" wofür er Gold erhält. 


Spielphase II
 
In der zweiten Spielphase hat der Spieler drei seiner Baumeister eingesetzt und 
zwar genau auf einen dieser 14 Abschnitte der dritten Spielphase. Dieses Baumeister
werden vom Startspieler blind aus einem Beutel gezogen. Dazu muss der Spieler
des gezogenen Baumeisters entscheiden, ob er bestimmte Kosten übernehmen will.
Dies zeigt ein Kostenstein auf einer Kostenleiste. Der erste Baumeister kostet mehr, 
als der letzte gezogene Baumeister. Und wenn ein Spieler diese Kosten nicht bezahlen
will oder kann, wird er auf die Kostenleiste gesetzt und erst dann zur Verfügung stehen, 
wenn alle Baumeister gezogen wurden. Immerhin kann der Baumeister dann kostenlos
eingesetzt werden. Wohin der Spieler seinen Baumeister setzt, hängt von seinen 
strategischen Überlegungen ab : Welches der 14 Abschnitte ist momentan für ihn 
besonders interessant ? Doch leider hat jeder Abschnitt nur eine begrenzte Anzahl
an Baumeisterplätze.

Spielphase III

Wir stellen uns den Spielplan vor und alle jetzt folgenden 
Abschnitte sind dort - angefangen rechts oben - gegen den Uhrzeigersinn aufgezeigt.
Baumeister auf abgerechneten Abschnitten werden wieder zurück in den Sack gelegt.


1. Ereignis ( kein Baumeisterplatz )
 
Hier wurde zu Anfang der Runde eine Ereigniskarte verdeckt hingelegt.
Es gibt positive oder negative Ereignisse, die jeden Spieler betreffen.
Diese Karte wird jetzt aufgedeckt und ausgeführt.

2. Bischofssitz ( 1 Baumeisterplatz )

Der Spieler, der hier einen Baumeister einsetzte, ist vor negativen 
Ereignissen unter Punkt 1. geschützt. Er hat die Wahl : 
Er kann sich vor einem negativen Ereignis schützen oder unabhängig 
vom Ereignis einen beliebigen Baustoff vom Baustoffmarkt nehmen.

3. Einnahmen aus der Wollmanufaktur  ( kein Baumeisterplatz )

Für jeden nicht eingesetzten Arbeiter in der Spielphase I erhält der 
Spieler ein Gold. Die dort eingesetzten Arbeiter nimmt der Spieler zurück.

4. Vorteilskarte nehmen ( 2 Bauplätze )

Zu Anfang jeder Runde werden dort zwei Vorteilskarten ausgelegt.
Wer seinen Baumeister hier einsetzt erhält die entsprechende Vorteilskarte.
Dies sind Karten, die Vorteile für das Spiel bringen. 
Da gibt es Ereignisse, die sofort ausgeführt werden, die einmalig eingesetzt
werden - zu einem Zeitpunkt, wann es der Spieler für gut hält und Ereignisse,
die dauerhaft gelten.

5. Siegpunkte im Priorei ( 2 Bauplätze )

Hier gibt es zwei Baumeisterplätze. Einen für 2 Siegpunkte und 
einen für einen Siegpunkt. Wer hier seinen Baumeister eingesetzt hat, 
erhält sofort die entsprechenden Siegpunkte. 

6. - 8.  Erträge aus Baustofffeldern ( keine Bauplatz )
 
Sie erinnern sich ? Dort hatten Sie Ihre Arbeiter in der Spielphase I eingesetzt
und dafür Baustoffkarten erhalten. Diese Baustoffkarten und Arbeiter werden 
nun abgerechnet. Anhand der erworbenen Baustoffkarten schaut nun jeder 
Spieler nach, wie viele Rohstoffe er aus den Baustofffeldern erhält. Diese
nimmt er sich aus dem Vorrat und erhält seine Arbeiter wieder zurück.
Die erworbenen Rohstoffe legt der Spieler erst mal vor sich hin. Sie werden 
in Abschnitt 13 in Siegpunkte umgewandelt. Dazu später mehr.

9. Königshof : Steuerbefreiung ( 1 Bauplatz und 3 zusätzliche Bauplätze )

Steuer wird mit einem Steuerwürfel ermittelt. Dieser zeigt an, wie viel Steuern
ein Spieler zahlen muss. Wer zu wenig Gold hat, muss für je 2 Gold sogar
einen Siegpunkt abgeben. Wer hier einen Baumeister einsetzte, muss keine
Steuern zahlen. Der erste Spieler, der einen Baumeister einsetzte erhält sogar
zusätzlich einen sehr wichtigen Rohstoff : Metall. Diesen Rohstoff kann ein 
Spieler nur auf diese Weise oder durch Vorteilskarten erwerben. 

10. Shiring : Handwerker nehmen ( 2 Bauplätze )
 
Hier liegen noch die zwei Handwerker, die in der Spielphase I ausgelegt wurden. 
Für seinen hier eingesetzten Baumeister erhält der Spieler den Handwerker 
kostenlos. 

11. Burg von Shiring : 2 Arbeiter für die nächste Runde ( 1 Bauplatz )

Hier stehen 2 graue Arbeiter ( nicht schwarz(e) Arbeiter - um Missverständnisse
vorzubeugen ), die der Spieler nehmen darf, der seinen Baumeister dort 
einsetzte. Diese zwei grauen Arbeiter nimmt der Spieler zu seinem Arbeitervorrat
und kann sie in der nächsten Runde als normale Arbeiter - einmalig - mit einsetzen. 

12. Kingsbridge Baustoffmarkt ( 4 Bauplätze )
 
Hier darf gekauft und verkauf werden. 
Unnötige Baustoffe werden abgestoßen, notwendige Baustoffe erworben.
Die Baustoffe, die zur Verfügung stehen, sind allerdings begrenzt und wer
seinen Baumeister frühzeitig genug einsetzte, hat Vorteile. 

13. Kathedrale : Siepunkte durch Handwerker ( keinen Bauplatz )

Am Ende der Runde bauen alle Spieler an der Kathedrale. 
Sie wandeln Ihre erworbenen Baustoffe in Siegpunkte um, indem Sie 
ihre vorhandenen Handwerker schaffen lassen. Eingesetzt Baustoffe 
kommen zurück in den Vorrat ( auf dem Spielbrett ). Allerdings ist es 
manchmal auch nötig, Baustoffe nicht einzusetzen, um sie für spätere
Runden und damit besseren vorhandenen Handwerker sinnvoller einzusetzen. 
Allerdings kann man auf diese Art höchsten fünf Baustoffe behalten. 

14. Nächster Startspieler ( 1 Bauplatz )
 
Wer hier seinen Baumeister einsetzte, ist automatisch der Startspieler der nächsten
Runde. Steht dort kein Baumeister, wechselt der Startspieler im Uhrzeigersinn. 

Und schon beginnt die nächste Runde. 
Alles wird wieder auf Vordermann gebracht. 
Der Baustoffmarkt wird ergänzt, neue Handwerkerkarten und Baustoffkarten ausgelegt,
neue Vorteilskarten ausgelegt usw........

Am Ende jeder Runde wird eines der sechs Holzteile der Kathedrale auf das dafür
vorgesehene Spielfeld gelegt. Und nach der letzten 6. Runde, ist die Kathedrale 
vollendet und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt. das Spiel. 

Es gibt noch vieles zu diesem Spiel zu erklären. Aber ich hoffe, den Spielreiz 
haben Sie auch in dieser kürzeren Fassung gespürt. Und doch ist die Spielanleitung
und der logische, checklistenartige Spielablauf nahezu so perfekt erklärt, dass keine
Fragen übrig bleiben und nach ca. 20 - 30 Minuten Spielanleitung lesen auch das 
Spiel begonnen werden kann. 

Fazit

Ein sehr schönes Spiel.
Ob mit zwei Personen oder vier Personen. Der Spielspass bleibt gleichermaßen
vorhanden. Die Spielzeit von ca. 90 - 120 Minuten vergeht "wie im Fluge". 
Man spürt, dass dieses Spiel ausgiebig getestet wurde und ausgereift ist. 

Eine sehr gute Spielausstattung, ein sehr schönes Spielbrett, eine gelungene 
Spielanleitung und einen sehr hohen Wiederspielreiz lassen das Spiel zu einem 
der Highlights vom Spielejahr 2006/2007 werden.

Wenn man aber ein Spiel sucht, dass einen hohen Ärgerfaktor bei den Mitspielern
erzeugt, ist dies bei "Säulen der Erde" weniger der Fall. Es ist in dieser Hinsicht
eher ein ruhiges Spiel, ein Spiel, in dem jeder Spieler versucht seine vorhandenen
Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen.

Erstellt aus einem Bestseller-Roman "Die Säulen der Erde" von Ken Follet, kann
von einer wirklich gelungenen Umsetzung Roman - Spiel gesprochen werden. 

Weitere Infos bei Luding :
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/20203