Einleitung
England, Anfang des 13. Jahrhunderts - die größte und schönste Kathedrale
soll gebaut werden und jeder Spieler möchte als Baumeister mit seinen
Handwerkern den größten Beitrag dazu leisten. Runde um Runde verstreicht ein
Jahrzehnt, in dem der Abbau der Baustoffe vorangetrieben wird, leistungsfähigere
Handwerker eingestellt und wichtige Entscheidungen getroffen werden. Denn
vielleicht könnte eine Audienz beim König den entscheidenden Vorteil bringen.
Aber auch ein Aufenthalt im Kloster könnte lohnend sein, ebenso wie ein guter
Draht zur Handwerkergilde. Schade nur, dass man sich immer für eines
entscheiden muss!
Spielausstattung
1 Spielplan
12 Baumeister ( je drei in den vier Spielfarben )
4 große Arbeiter ( pro Spielfarbe einer )
28 kleine Arbeiter ( je 7 in den Spielfarben )
4 kleine graue Arbeiter
1 kleiner schwarzer Arbeiter
82 Baustoffe ( 23 x Stein, Holz, Sand, Metall )
8 Holzscheiben ( je 2 in den Spielfarben )
1 schwarzer Kostenstein
36 Handwerkerkarten
9 Baustoffkarten
16 Vorteilskarten
10 Ereigniskarten
4 Übersichtskarten
1 Steuerwürfel ( mit den Werten 2,3,3,4,4,5 )
1 Kathedrale aus Holz ( 6 Bauteile )
1 Stoffbeutel
Das Spiel
In 6 Spielrunden hat jeder Spieler das Ziel,
möglichst viele Siegpunkte zu erreichen.
Jede Spielrunde beinhaltet drei Spielphasen. In der dritten Spielphase sind
es
sogar 14 einzelne Auswertungspunkte und doch brauchen Sie keine Angst zu haben
:
Die dritte Spielphase ist weder
übermäßig lang, noch kompliziert, da alle Auswertungs-
punkte direkt auf dem Spielplan checklistenartig gespielt werden.
Spielphase I
Dazu stehen uns Handwerkerkarten zur Verfügung, die vor dem Spiel nach
Runden
sortiert wurden. Dazu sind auf den Handwerkerkarten-Rückseiten die Zahlen 1 -
6
abgebildet. Für die erste Spielrunde werden alle sechs Handwerkerkarten mit
der 1 aufgenommen und davon vier Karten als Auslage ausgelegt. Die restlichen
Karten werden nicht mehr benötigt. Zwei der vier Karten werden offen auf den
10. Abschnitt der
dritten Spielphase gelegt. Die verbliebenen zwei Karten kommen unter das
Spielbrett
in eine Auslage.
In diese Auslage kommen auch noch sieben Baustoffkarten gelegt. Davon gibt
es
neue Karten, die jede Runde wieder neu gemischt werden.
In dieser Spielphase I können nun die Spieler sich Karten aus dieser Auslage
nehmen.
Angefangen beim Startspieler wird dies reihum so lange wiederholt, bis alle
Karten
der Auslage genommen wurden oder keiner mehr Karten will.
Nimmt sich ein Spieler einen Handwerker, kostet ihn dies Gold. Wie viel Gold
er einsetzen
muss, steht auf der Handwerkerkarte. Um dies vorweg zu nehmen, liegen auch
noch zwei
Handwerker auf dem 10. Abschnitt in Spielphase III, die es kostenlos gibt,
sofern der
Spieler dort einen Baumeister einsetzt - dazu gleich mehr.
Es gibt ganz verschiedene Handwerker, wo denen der Spieler am Anfang des
Spiels
schon 3 Karten erhalten hat :
1 Mörtelmischer
1 Schreiner
1 Steinmetz
Auf jeder Handwerkerkarte stehen 3 wichtige Ertragsangaben.
Anzahl der benötigten Rohstoffe, wie oft diese produziert werden können
und
wie viele Siegpunkte es dafür gibt. Auf dem Mörtelmischer steht zum Beispiel
:
Für 3 Kies - dies kann 1 x vollzogen werden - erhältst Du 1 Siegpunkt.
Diese Werte erhöhen sich im Laufe des Spiels durch neue Handwerker.
Es werden weniger Rohstoffe benötigt und es gibt dafür mehr Siegpunkte.
Außerdem gibt es Handwerker, die mehrfach in einer Spielrunde Rohstoffe
in Siegpunkte umwandeln können. Bedauerlicherweise darf aber nur jeder
Spieler fünf Handwerker besitzen und dies bedeutet, dass auch einmal
ein Handwerker eiskalt entlassen werden muss, um einen freien Platz
zu erhalten. Spielen ist halt Leben.
Außer Handwerker kann der Spieler auch Baustoffkarten nehmen.
Baustoffkarten berechtigen den Spieler, bestimmte Rohstoffe abzubauen.
Dazu hat jeder Spieler zu Anfang des Spiels Arbeiterspielfiguren in seiner
Farbe bekommen. 7 kleine Spielfiguren ( je 1 Arbeiter ) und eine große
Spielfigur ( 5 Arbeiter ).
Auf jeder Baustoffkarte steht, wie viele und welche Rohstoffe er abbaut und
wie viele
Arbeiter er dafür einsetzen muss. Nimmt sich ein Spieler eine Rohstoffkarte,
stellt
er die benötigte Anzahl an Arbeiter in das dafür vorgesehene Rohstofffeld
auf dem
Spielbrett. Hat ein Spieler nicht mehr genug Arbeiter um eine Rohstoffkarte zu
nehmen,
kann er die Karte nicht erwerben. Für übrig gebliebene Arbeiter gibt es aber
ein
Extrafeld auf dem Spielplan : "Wollmanufaktur" wofür er Gold
erhält.
Spielphase II
In der zweiten Spielphase hat der Spieler drei seiner Baumeister eingesetzt
und
zwar genau auf einen dieser 14 Abschnitte der dritten Spielphase. Dieses
Baumeister
werden vom Startspieler blind aus einem Beutel gezogen. Dazu muss der Spieler
des gezogenen Baumeisters entscheiden, ob er bestimmte Kosten übernehmen
will.
Dies zeigt ein Kostenstein auf einer Kostenleiste. Der erste Baumeister kostet
mehr,
als der letzte gezogene Baumeister. Und wenn ein Spieler diese Kosten nicht
bezahlen
will oder kann, wird er auf die Kostenleiste gesetzt und erst dann zur
Verfügung stehen,
wenn alle Baumeister gezogen wurden. Immerhin kann der Baumeister dann
kostenlos
eingesetzt werden. Wohin der Spieler seinen Baumeister setzt, hängt von
seinen
strategischen Überlegungen ab : Welches der 14 Abschnitte ist momentan für
ihn
besonders interessant ? Doch leider hat jeder Abschnitt nur eine begrenzte
Anzahl
an Baumeisterplätze.
Spielphase III
Wir stellen uns den Spielplan vor und alle
jetzt folgenden
Abschnitte sind dort - angefangen rechts oben - gegen den Uhrzeigersinn
aufgezeigt.
Baumeister auf abgerechneten Abschnitten werden wieder zurück in den Sack
gelegt.
1. Ereignis ( kein Baumeisterplatz )
Hier wurde zu Anfang der Runde eine Ereigniskarte verdeckt hingelegt.
Es gibt positive oder negative Ereignisse, die jeden Spieler betreffen.
Diese Karte wird jetzt aufgedeckt und ausgeführt.
2. Bischofssitz ( 1 Baumeisterplatz )
Der Spieler, der hier einen Baumeister einsetzte, ist vor negativen
Ereignissen unter Punkt 1. geschützt. Er hat die Wahl :
Er kann sich vor einem negativen Ereignis schützen oder unabhängig
vom Ereignis einen beliebigen Baustoff vom Baustoffmarkt nehmen.
3. Einnahmen aus der Wollmanufaktur ( kein Baumeisterplatz )
Für jeden nicht eingesetzten Arbeiter in der Spielphase I erhält der
Spieler ein Gold. Die dort eingesetzten Arbeiter nimmt der Spieler zurück.
4. Vorteilskarte nehmen ( 2 Bauplätze )
Zu Anfang jeder Runde werden dort zwei Vorteilskarten ausgelegt.
Wer seinen Baumeister hier einsetzt erhält die entsprechende Vorteilskarte.
Dies sind Karten, die Vorteile für das Spiel bringen.
Da gibt es Ereignisse, die sofort ausgeführt werden, die einmalig eingesetzt
werden - zu einem Zeitpunkt, wann es der Spieler für gut hält und
Ereignisse,
die dauerhaft gelten.
5. Siegpunkte im Priorei ( 2 Bauplätze )
Hier gibt es zwei Baumeisterplätze. Einen für 2 Siegpunkte und
einen für einen Siegpunkt. Wer hier seinen Baumeister eingesetzt hat,
erhält sofort die entsprechenden Siegpunkte.
6. - 8. Erträge aus Baustofffeldern ( keine Bauplatz )
Sie erinnern sich ? Dort hatten Sie Ihre Arbeiter in der Spielphase I
eingesetzt
und dafür Baustoffkarten erhalten. Diese Baustoffkarten und Arbeiter
werden
nun abgerechnet. Anhand der erworbenen Baustoffkarten schaut nun jeder
Spieler nach, wie viele Rohstoffe er aus den Baustofffeldern erhält. Diese
nimmt er sich aus dem Vorrat und erhält seine Arbeiter wieder zurück.
Die erworbenen Rohstoffe legt der Spieler erst mal vor sich hin. Sie
werden
in Abschnitt 13 in Siegpunkte umgewandelt. Dazu später mehr.
9. Königshof : Steuerbefreiung ( 1 Bauplatz und 3 zusätzliche Bauplätze
)
Steuer wird mit einem Steuerwürfel ermittelt. Dieser zeigt an, wie viel
Steuern
ein Spieler zahlen muss. Wer zu wenig Gold hat, muss für je 2 Gold sogar
einen Siegpunkt abgeben. Wer hier einen Baumeister einsetzte, muss keine
Steuern zahlen. Der erste Spieler, der einen Baumeister einsetzte erhält
sogar
zusätzlich einen sehr wichtigen Rohstoff : Metall. Diesen Rohstoff kann
ein
Spieler nur auf diese Weise oder durch Vorteilskarten erwerben.
10. Shiring : Handwerker nehmen ( 2 Bauplätze )
Hier liegen noch die zwei Handwerker, die in der Spielphase I ausgelegt
wurden.
Für seinen hier eingesetzten Baumeister erhält der Spieler den
Handwerker
kostenlos.
11. Burg von Shiring : 2 Arbeiter für die nächste Runde ( 1 Bauplatz )
Hier stehen 2 graue Arbeiter ( nicht schwarz(e) Arbeiter - um
Missverständnisse
vorzubeugen ), die der Spieler nehmen darf, der seinen Baumeister dort
einsetzte. Diese zwei grauen Arbeiter nimmt der Spieler zu seinem
Arbeitervorrat
und kann sie in der nächsten Runde als normale Arbeiter - einmalig - mit
einsetzen.
12. Kingsbridge Baustoffmarkt ( 4 Bauplätze )
Hier darf gekauft und verkauf werden.
Unnötige Baustoffe werden abgestoßen, notwendige Baustoffe erworben.
Die Baustoffe, die zur Verfügung stehen, sind allerdings begrenzt und wer
seinen Baumeister frühzeitig genug einsetzte, hat Vorteile.
13. Kathedrale : Siepunkte durch Handwerker ( keinen Bauplatz )
Am Ende der Runde bauen alle Spieler an der Kathedrale.
Sie wandeln Ihre erworbenen Baustoffe in Siegpunkte um, indem Sie
ihre vorhandenen Handwerker schaffen lassen. Eingesetzt Baustoffe
kommen zurück in den Vorrat ( auf dem Spielbrett ). Allerdings ist es
manchmal auch nötig, Baustoffe nicht einzusetzen, um sie für spätere
Runden und damit besseren vorhandenen Handwerker sinnvoller einzusetzen.
Allerdings kann man auf diese Art höchsten fünf Baustoffe behalten.
14. Nächster Startspieler ( 1 Bauplatz )
Wer hier seinen Baumeister einsetzte, ist automatisch der Startspieler der
nächsten
Runde. Steht dort kein Baumeister, wechselt der Startspieler im
Uhrzeigersinn.
Und schon beginnt die nächste Runde.
Alles wird wieder auf Vordermann gebracht.
Der Baustoffmarkt wird ergänzt, neue Handwerkerkarten und Baustoffkarten
ausgelegt,
neue Vorteilskarten ausgelegt usw........
Am Ende jeder Runde wird eines der sechs Holzteile der Kathedrale auf das
dafür
vorgesehene Spielfeld gelegt. Und nach der letzten 6. Runde, ist die
Kathedrale
vollendet und der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt. das
Spiel.
Es gibt noch vieles zu diesem Spiel zu erklären. Aber ich hoffe, den
Spielreiz
haben Sie auch in dieser kürzeren Fassung gespürt. Und doch ist die
Spielanleitung
und der logische, checklistenartige Spielablauf nahezu so perfekt erklärt,
dass keine
Fragen übrig bleiben und nach ca. 20 - 30 Minuten Spielanleitung lesen auch
das
Spiel begonnen werden kann.
Fazit
Ein sehr schönes Spiel.
Ob mit zwei Personen oder vier Personen. Der Spielspass bleibt gleichermaßen
vorhanden. Die Spielzeit von ca. 90 - 120 Minuten vergeht "wie im
Fluge".
Man spürt, dass dieses Spiel ausgiebig getestet wurde und ausgereift
ist.
Eine sehr gute Spielausstattung, ein sehr schönes Spielbrett, eine
gelungene
Spielanleitung und einen sehr hohen Wiederspielreiz lassen das Spiel zu
einem
der Highlights vom Spielejahr 2006/2007 werden.
Wenn man aber ein Spiel sucht, dass einen hohen Ärgerfaktor bei den
Mitspielern
erzeugt, ist dies bei "Säulen der Erde" weniger der Fall. Es ist in
dieser Hinsicht
eher ein ruhiges Spiel, ein Spiel, in dem jeder Spieler versucht seine
vorhandenen
Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen.
Erstellt aus einem Bestseller-Roman "Die Säulen der Erde" von
Ken Follet, kann
von einer wirklich gelungenen Umsetzung Roman - Spiel gesprochen werden.
Weitere Infos bei Luding :
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/20203
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