|
Ende eines Abenteuers
Ein Abenteuer endet entweder, wenn der Positionsstein auf der
Ereignistafel auf das
letzte Feld ziehen musste, was meistens mit sehr negativen Folgen
verbunden ist,
oder wenn die Spieler es gemeinsam geschafft haben, den Positionsstein
der
Hauptaktionsleiste auf das
letzte Feld zu rücken.
Für jedes Lebensplättchen, das dem
Spieler fehlt, muss er ein Feld auf der
Finsternisanzeige vorrücken.
Wer die meisten Ringe sammeln konnte, wird der nächste
Ringträger.
Dick darf noch zwei Karten vom Hobbitstapel ziehen.
Nun werden alle Lebenplättchen neben dem Spielplan zurück gelegt,
die Ereigniskärtchen neu gemischt, der neue Abenteuerspielplan
ausgelegt und
darauf wieder die Positionssteine gestellt.
Damit ist das erste Abenteuer beendet und wir wenden uns wieder
dem
Hauptspielplan zu. Dort wird der Positionsstein ein Feld weiter gerückt
- auf LOTHLORIEN.
LOTHLORIEN
Das letzte Zwischenabenteuer, bevor es nur noch um Abenteuerspielpläne
geht.
Hier gibt es wieder drei Aufgaben zu erfüllen :
1. Begegnung mit Galadriel
Die Sonderkarten dieses Ortes werden
verteilt.
2. Erholung im zeitlosen Land
Jeder Spieler kann zwei Schilde abgeben und dafür entweder zwei
Hobbitkarten ziehen oder ein Feld auf der Finsternisanzeige zurück
gehen.
3. Galadriels Probe
Jeder Spieler muss eine Jokerkarte abgeben, oder würfeln.
Nachdem dies auch erledigt ist, wird der Positionsstein auf dem
Hauptspielplan erneut ein Feld vorgesetzt und es beginnt das nächste
Abenteuer : Helms Klamm.
Dieses Abenteuer und die nächsten zwei : Kankras Lauer und Mordor
laufen genau so ab, wie das Abenteuer : MORIA.
   |
Die drei weiteren
Spielpläne.
Bitte auf das Bild klicken. |
Nur ein kleiner feiner
Unterschied. Auf dem letzten Spielplan Mordor, ist das
letzte Feld der Ereignistafel folgendermaßen beschrieben :
Der Ring gehört mir !
Es gibt immer noch etwas zu berichten :
Die Gandalfkarten
Neben dem Spielplan liegen fünf Gandalfkarten.
Diese Karten können von jedem beliebigen Spieler jederzeit
eingesetzt
werden. Dazu muss dieser Spieler fünf seiner Schilde abgeben.
Folgende Gandalfkarten gibt es :
Heilung :
Der Hobbit eines Spielers wird auf der Finsternisanzeige zwei Felder
zurück gesetzt.
Beharrlichkeit :
Ein Spieler darf vier Hobbitkarten vom Stapel ziehen.
Führung :
Ein doppelter Joker, der auch gleich eingesetzt werden kann.
Weitblick :
Ein Spieler darf sich die obersten drei Ereigniskärtchen anschauen
und
beliebig sortieren. Danach legt er sie verdeckt wieder zurück auf den
Stapel.
Magie :
Das Ereignis, auf das der Positionsstein gerade gesetzt wurde, wird
von
allen Spielern ignoriert.
Die Macht des Ringes
Pro Abenteuerspielplan darf der Ringträger den Ring einmal
einsetzen.
Der Ringträger hat dafür einen goldenen Ring vor sich liegen, den er
dann
über seine Spielfigur stülpt. Dann darf er würfeln. Er führt das
erwürfelte
Ereignis entsprechend aus und rückt als Belohnung den Positionsstein
der
Hauptaktionsleiste vor. Dazu gilt :
4 Felder minus der Anzahl der gewürfelten Symbole.
Beispiel : 2 Karten abgeben = 2 Symbole = 2 Felder vor.
Keines der Felder, auch nicht das erreichte Feld wird ausgeführt.
Spieler scheiden aus dem Spiel aus
Ein Spieler scheidet dann aus dem Spiel aus, wenn er sich auf der
Finsternisanzeige mit Sauron auf dem gleichen Feld trifft, oder wenn
er angeforderte Karten oder Schilde nicht abgeben kann.
Der Spieler legt Karten auf den Ablagestapel und die Lebensplättchen
zurück in den Vorrat. Die Schilde behält er und kann diese auch
während des weiteren Spiels einsetzen. Weiterhin kann der Spieler
während des Spiels beratend tätig bleiben.
Ist es aber der Spieler, der momentan den Ring trägt, ist das Spiel
zu Ende !
Spielende
Um den Ring erfolgreich zu zerstören, müssen die Spieler
oder wenigstens
der Ringträger auf MORDOR und dort auf das Ende der Hauptaktionsleiste
erreichen. Das letzte Feld auf dieser Leiste zeigt ein Würfelsymbol.
Der aktive
Spieler muss hier würfeln und das Würfelergebnis ausführen. Ist der
Ringträger nach dem Wurf des aktiven Spielers noch im Spiel, endet das
Abenteuer und der Ring wird auf den Vulkan gelegt, so dass es keinen
individuellen Ringträger mehr gibt.
Dann versucht der aktive Spieler - wenn er noch im Spiel ist - den Ring
zu
zerstören. Er würfelt !
Wenn er nach dem Ausführen des Würfelergebnisses noch im Spiel
ist,
wurde der Ring erfolgreich zerstört.
Wenn nicht, darf der nachfolgende - noch im Spiel befindliche Spieler
-
das gleiche versuchen.
Folgende Spielausgänge sind möglich :
1. Der Ring wurde zerstört
Es gibt für alle Spieler - auch die ausgeschiednen Spieler -
60 Punkte + für jedes Schild einen Punkt.
2. Die Spieler scheiterten an der Zerstörung des Ringes
Jeder Spieler erhält 60 Punkte
3. Der Ringträger scheitete vorher aus dem Spiel aus
Auf dem Feld der Hauptaktionsleiste, auf dem zu diesem Zeitpunkt der
Positionsstein steht, wird eine Zahl angegeben, die jeder Spieler
sich
als Punkte notieren kann.
Die Punkte können auf einem beiliegenden Ereignisblatt notiert
werden.
Dann gilt es beim nächsten Abenteuer diese Punktzahl zu steigern.
Bewertung :
Wie in meinen einleitenden Worten schon erwähnt wurde, bin ich von
diesem
Spiel voll überzeugt. Ich gehe jetzt auf die einzelnen Punkte ein,
warum ich dieses
Spiel für so gut halte :
Die Gemeinschaft :
Die unglaublich Erfahrung dieses Spiels, in kooperativer
Gemeinschaft mit allen Spielern gemeinsam, ein Ziel zu erreichen, hat
mich
fasziniert. Dies wurde zwar auch schon in anderen Spielen sehr gut
umgesetzt,
aber gerade bei "Herr der Ringe" entsteht eine besondere
Art der Gemeinschaft.
So werden Charaktere nahezu "geopfert " und damit auch
erzwungen, dass ein Spieler aus dem Spiel ausscheidet, nur um das
gemeinsame Spielziel zu erreichen.
Weiterhin nimmt der ausgeschiedene Spieler beratend und mit seinen
noch
vorhandenen Schilden am Spielgeschehen teil, um
den Kampf
gegen Sauron zum glücklichen Ende zu führen.
Sein "Ausscheiden" soll ja
auch einen Sinn gehabt haben.
Es entstehen während des Spiels lebhaft Diskussionen darüber,
welcher
Spielzug gemacht werden soll, welche Entscheidungen getroffen werden
sollen.
Der Lerneffekt - die Psychologie :
Gerade in dieser Hinsicht werden viele Spieler nicht meiner Meinung
sein.
Ich bin der Auffassung, dass bei diesem Spiel ein Lerneffekt
entsteht.
Dies möchte ich wie folgt begründen :
1. Die Spielelemente
Durch die Vielschichtigkeit der einzelnen Aufgaben, die es während
der einzelnen Abenteuer zu erledigen gibt, ist es von großem
Vorteil,
die Ziele der einzelnen Abenteuer zu kennen. Wann werden Schilde,
Plättchen,
Karten gebraucht ? Wann ist es sinnvoll Gandalf Karten oder
Sonderkarten zu spielen ? Auch wenn jedes Spiel anders verläuft,
so
bleiben doch die Erfahrungen aus den vergangenen Spielen, die
in die neue Spielrunde mit einfliesen.
2. Die Spieler an sich
Wie verhalten sich die Spieler während des Spiels ?
Hier spielt der Spielercharakter der Spieler eine wesentliche Rolle.
Sollen bestimmte Karten oder Schilde von der Gruppe abgegeben
werden - wer beteiligt sich daran ? Da es vorkommt, dass mehrere
Spieler sich beteiligen können, wird ein Spieler dazu
"ausgekuckt".
Dabei spielen Überlegungen wie :
ist er Ringträger, wie weit ist er auf der Finsternisanzeige vorne
usw....
eine wichtige Rolle. Wie reagiert dann der Spieler, wenn er
langsam
zu einer "Opferrolle" gedrängt wird ? Nur wenn er erkennt,
dass es
um das gemeinsame Ziel geht, wird er dies akzeptieren können.
Taktik, Strategie und Glück
Eine Vielzahl von taktischen Überlegungen sind während des Spiels
notwendig. Strategische Überlegungen sind eher Nebensache, auch
wenn es Spieler geben soll, die langfristige Pläne schon umsetzen
konnten.
Natürlich muss auch der Glücksfaktor des Spiels angesprochen
werden.
Was nützen die schönsten Überlegungen, wenn die Ereigniskarten
ein schnelles vorrücken des Positionssteines auf der Ereignistafel
erzwingt. Dann kann der Spielerverlauf alle vorhergehenden Überlegungen
"auf den Kopf stellen". Dies sehe ich aber als keinen Nachteil
an.
Das wirkliche Leben lässt auch nicht immer zu, alle Zielsetzungen
in die Tat umzusetzen. Und da "Herr der Ringe" kein
Schachspiel sein
soll, sondern ein unterhaltendes Abenteuerspiel, ist dies nach meiner
Ansicht in Ordnung.
Die Abenteuer :
Die Abenteuer zu bestehen ist sehr schwierig.
Insbesondere dann, wenn Sauron bei Feld 12 - geschweige denn
bei Feld 10 - startet. Dadurch ergibt sich auch ein echtes
Erfolgserlebnis,
wenn der Ring vernichtet werden konnte.
Die Mathematik :
Hier hat der Mathematiker Reiner Knizia wieder voll zugeschlagen.
Aus der Anzahl der vielen Spielelementen ein stimmiges auf
einander
perfekt abgestimmtes Spiel zu entwerfen, erscheint fast unlösbar.
Reiner Knizia ist es gelungen.
Was es zu überlegen gilt :
Wer keine kooperativen Spiele mag, ist mit diesem Spiel nicht gut
beraten.
Ein weiterer Nachteil sehe ich darin, dass die Erfahrungen der einzelnen
Spieler sich auf den Spielspass auswirken können. Ein Spieler, der
dieses
Spiel nur ein oder zweimal gespielt hat, wird sich vielleicht eine Menge
an
Empfehlungen und Anweisungen der "erfahrenen" Spieler anhören
müssen.
Zwangsweise müssen diese Empfehlungen aber nicht zum Erfolg
führen.
Es wird Spieler geben, die dieses Spiel einfach im Spielschrank
verschwinden
lassen, nur weil sie dieses Spiel zu wenig gespielt haben. Gerade
bei
"Herr der Ringe" erkennt man erst nach mehreren Spielen, wie
die
einzelnen Spielelemente ineinander wirken und wo der echte Spielspass
liegt.
Dann wird es auch Spieler geben, die einfach dieses Spiel nicht
mögen.
Nicht mögen, weil Ihnen die Art des Spiels nicht gefällt.
Dies muss man natürlich akzeptieren, denn Spiele spielen ist nun
einmal
"Geschmacksache" und mir kann das Spiel noch so gut gefallen,
es wird
immer Spieler geben, die dies ganz anders sehen.
Mein Eindruck :
Genug der Worte. Für mich ist dieses Spiel ein Spiel der
besonderen Art. Die Spielausstattung ist sehr gut. Die phänomenale
Grafik und Atmosphäre lässt keine Wünsche offen. Die Spielregel ist
etwas unübersichtlich aber ausführlich - durch die Komplexität
des
Spiels war es sicher nicht einfach, alle Elemente in einem logischen
Aufbau zu erklären. Eine Kurzspielanleitung hilft aber schnell
weiter.
Das Spiel lässt sich auch gut zu Zweit spielen.
Für mich ist "Herr der Ringe" kein Spiel im herkömmlichen
Sinne,
sondern ein Erlebnis. Aus diesem Grund wird dieses Spiel
immer
wieder einmal auf meinen Spieltisch kommen.
Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die lieber eine kurze
Rezension
gelesen hätten... aber ich konnte einfach nicht widerstehen.
Wer sich weiter informieren möchte - Tipps
und Tricks hier > |