Imperial
Rezension von Peter Zanow

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Autor :   Mac Gerdts

Bild von 'Imperial'

Verlag :   Eggert Spiele
Spieler :   2 - 6 Spieler
Alter :   ab 12 Jahre
Dauer :   ca. 2 - 3 Stunden

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Hallo und schönen guten Tag!
Ich freue mich, dass sie uns eingeschaltet haben und unserer Fragestunde zum Thema: „Das neue Spiel Imperial von Mac Gerdts.“ beiwohnen möchten.
Ein paar Worte zur Einführung, bevor ich unsere illustre Gesprächsrunde vorstelle.
 
Herr Gerdts hatte mit seiner Erstauflage Antike, die auch schon bei eggertspiele erschien, für einiges Aufsehen gesorgt. Ein Entwicklungsspiel, welches ohne Karten- und Würfelglück auskam und doch gut 2 Stunden zu unterhalten wusste, war recht ungewöhnlich. Eine Rezension zu diesem Spiel finden sie ebenfalls auf dem Sender startspieler.de.

Nun kam ein Jahr später sein zweites Spiel auf dem Markt. Dieses wurde natürlich deutlich kritischer beäugt. Fragen wie „ist das nicht alter Wein in neuen Schläuchen?“ machten natürlich sofort die Runde. Ich hoffe, dass wir heute einiges klären können und eine Empfehlung für oder wider dieses Spiel geben können.

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Wie von Eggertspiele mittlerweile gewöhnt, reichhaltige
Ausstattung in Holz.
 

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Nun kommen wir zu den Teilnehmern dieser Gesprächsrunde, ich darf begrüßen Franz Joseph I, Kaiser von Österreich und König von Ungarn,
Victor Emmanuel III., König von Italien, Raymond Poincare, Ministerpräsident von Frankreich, Georg V., König von Großbritannien und Irland, Wilhelm II., Kaiser des deutschen Reich und Nikolaus II., Zar Russlands.
 
Sie, als unmittelbar Beteiligte, was halten sie von ihrer Situation in diesem Spiel?

„Va bene, wenn nicht immer der Österreicher anfangen würde.“
„Ach geh’, ich bin umzingelt von 3, nichts für ungut, miesen Eroberern, die nichts Bässeres zu tun haben als mich aus meinem härrlichen Schloss Schönbrunn zu vertreiben.“

„Aber, aber, messieurs, wir sind doch nichts anderes als Geldempfänger, die nichts zu entscheiden ´aben.“
 
Das ist richtig, meine Herren Staatsoberhäupter, gesteuert werden sie von Kapitalgeber(Mitspieler), die durch die Höhe ihrer Kredite bestimmen, wer das Land steuert.
 
Wenn jemand mehr Geld in eine Nation investiert, kann durchaus der Besitzer wechseln und dieser hat eventuell ganz andere Interessen.
„What, jemand anderes will mir sagen, was ich mit meinem good old kingdom zu tun habe?“
 
Sicher! Auf dem Spielplan gibt es ein so genanntes Rondell. Auf diesem wird ein Spielstein ihrer Nation bis zu 3 Felder umsonst bewegt, wenn man weiter gehen möchte, muss der Investor aus der eigenen Tasche zahlen. Das Feld, auf dem die Spielfigur dann landet, gibt die Aktion für diese Runde vor, die diese Nation machen möchte.
 
„Jawoll! Und wir Deutschen haben natürlich ganz viele Fabriken und werden Armeen aus dem Boden stampfen und alle überrennen!“
Nicht ganz, sie können auf dem Fabrikfeld des Rondells für 5 Millionen eine Fabrik bauen und dann auf eines der zwei Produktionsfelder gehen, um in allen Fabriken je eine Land- oder Seeeinheit zu produzieren. Allerdings werden diese dort aufgestellt, wo die Fabriken vorhanden sind.
 
Kaiser Wilhelm? Hoppala, ich befürchte, da ist jemand ohnmächtig geworden.
 
„Weichei! Wirr in Rrussland machen das ganz anders. Wirr importieren Armeen aus aller Welt und stellen diese in unserer Heimat auf, wo wir wollen. Ist zwar teurer, aber flexibler.“
 
Auch eine Möglichkeit. Über das Feld Import kann man allerdings maximal 3 Armeen für je 1 Million kaufen. Und Fabriken haben noch einen anderen Vorteil, dem wir uns später noch zuwenden werden.
 
„Bien! Aber wenn wir die vielen Armeen ´aben, was können wir damit machen?“
 
Dann können siee mit Hilfe der beiden Manöverfelder auf dem Rondell diese bewegen und gegebenenfalls angreifen.
 
„Na endlich! Jetzt können wir also mit unseren massenhaften Armeen losziehen und den Russen, Österreicher, Italiener, Franzosen, Briten vom Spielplan klopfen.
Alles deutsch, ich wusste es.“
 
Nicht ganz! Die Heimatprovinzen der anderen Staaten zu erobern, bringt nicht viel.
Man kann zwar verhindern, dass die Fabriken etwas produzieren, aber man kann diese Gebiete nicht umflaggen. Es geht eher um die Land- und Seeregionen, die niemanden gehören.
 
Kaiser Wilhelm? Er ist schon wieder ohnmächtig geworden!
„Good! Das hört sich alles an, als wenn wir viel Geld brauchen. Wie make wir viel Geld?“
 
„Signore, das isse kein Problem. Ich habe hier entdeckt das Feld Steuer. Damit können wir bestimmt viel Geld machen, prego?“
Wie viel Geld hängt davon ab, wie viele Fabriken und Steuerchips ihrer Nation auf dem Feld stehen. Es ist allerdings ein kleiner Haken bei der Sache. Die Armeen und die Flotten wollen noch bezahlt werden, dies wird von den Steuereinnahmen abgezogen und die Restsumme kommt dann in die Staatskasse.
 
„Wenn isch also viele Armeen `abe, aber wenige Fabriken und neutrale Länder mein eigen nenne, bekomme isch keinen müden Centime?“
Ja, das stimmt. Doch die Steuereinnahmen haben noch einen anderen Zweck. Über diese Einnahmen wird ein Wert bestimmt. Mit diesem Wert wird ein Spielstein der entsprechenden Nation auf der Zählleiste bewegt. Dies ist später für die Siegpunkte wichtig.
 
„Sieg für den russischen Zaren! So wirrd es sein. Wirr haben ein grroßes Land, werrden euch alle in Tasche stecken.“
Nein, ein Land wird nicht gewinnen. Kommen wir nun zum letzten Feld auf dem Rondell, dem Investor.
 
Hier bekommen die Investoren die Zinsen für ihre Kredite ausgezahlt, will sagen, die Staatskasse wird geplündert, danach kann ein Investor aus der eigenen Tasche in eine beliebige Staatskasse investieren. Dadurch übernimmt er möglicherweise die Kontrolle über diesen Staat, wenn er mehr investiert hat als die anderen Investoren. Danach wandert dieses Investitionsrecht zum nächsten Investor weiter, der es, beim nächsten Betreten dieses Feldes durch einen Nationenstein, nutzen darf
Na nu? Jetzt sind glatt alle in Ohnmacht gefallen. Es ist wahrscheinlich schwer für ein Staatsoberhaupt zu ertragen, dass er so gar keinen Einfluss auf die Geschehnisse in seinem Staat hat.
 
Das Spiel ist beendet, wenn ein Nationenstein auf der Zählleiste das Feld 25 erreicht. Nun bekommt jeder Investor seine Zinsen mit dem Faktor der Zählleiste der entsprechenden Nation multipliziert, dazu kommt noch das Bargeld(jede Million bringt einen Punkt). Wer die Meisten Siegpunkte hat, gewinnt.
 
Da die Herren Staatsoberhäupter immer noch daniederliegen, liegt es wohl an mir, ein Urteil abzugeben.

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Kurz gesagt: Klasse!!
Mac Gerdts hat es geschafft, mit demselben Grundmechanismus(Entscheidung seiner Aktion auf einem Rondell) ein vollkommen anderes Spiel zu schaffen, welches auch zu fesseln weiß.
Falls die Jury wieder ein Spiel mit dem Titel des komplexen Spiels küren möchte, hier ist es.
Aber wahrscheinlich wird der Eroberungscharakter, der durch Cover und Titel suggeriert wird, diese wieder abschrecken.
2-3 Stunden, in einer großen Runde auch mal 4, wird man durchstehen müssen, aber das sollte einem nicht abhalten. Man verpasst sonst etwas. Und es funktioniert in jeder Personenzahl.
Ich danke für ihre Aufmerksamkeit und wünsche noch einen schönen Tag.
Bis zum nächsten Mal.
 

Bewertung
Noten
1=sehr schlecht bis 10=sehr gut

Matthias
Zimmermann
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10

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Weitere Infos zum Spiel erhalten Sie über Luding :
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/19992