Die Händler von Genua

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Autor : Rüdiger Dorn

haendl_v.jpg (27819 Byte)

Verlag : Alea
Spieler : 2 - 5 Spieler
Alter : ab 12 Jahre
Dauer : 60 - 120 Minute
Einleitung 

Die Spieler schlüpfen in die Rolle genuesischer Händler. Sie erfüllen gewinnbringende Aufträge und nehmen wichtige Gebäude der Stadt in Besitz. Doch ohne das Wohlwollen anderer Kaufleute ist dies nicht zu schaffen. Und das kostet Geld... viel Geld. 

Das Spiel 

Das Spiel verläuft - je nach Anzahl der Spieler - über 7 bis 12 Spielrunden. 

Das Spielmaterial : 

1 Spielplan

zeigt einen 8x8-Felder-Raster mit 18 Gebäuden, 20 Gassenfeldern und einen Marktplatz
 
40 Warensteine


je 5 in 8 Farben : Silber ( grau ), Kupfer ( braun ), Salz 
( weiß ), Pfeffer ( schwarz ), Weizen ( gelb ), Reis ( beige ),
Leinen ( rosa ) und Seide ( türkis )
 
60 Spielkarten 

16 Karten "Großer Auftrag", 16 Karten "Kleiner Auftrag", 
14 Karten "Botschaft", 14 Karten "Privileg"
 
80 Geldscheine 
in 5, 10, 50 und 100 Dukaten 
 
35 Besitzmarker 
sechseckig, je 7 x Blau, Rot, Gelb, Grün und Lila
 
27 Sonderkarten


je 5 x "beliebiges Startfeld", "eine beliebige Ware", " eine weitere Aktion", "eine Gebäudeaktion" 
7 x "1:1 Tausch"
 
1 Kärtchen 
"Startspieler"
 
1 Händlerturm 
5 braune Scheiben 
 
1 Rundenanzeiger 
brauner Stein 
 
2 Würfel achtseitig, blau und rot 

Der Startspieler würfelt mit den beiden Würfeln und setzt entsprechend der gewürfelten Augenzahlen - gemäß der Koordinaten, die auf dem Spielfeld angegeben sind - den Händlerturm auf das Spielbrett. 

Danach bewegt er den Händlerturm, wobei er pro Feld, was er verlässt, eine der fünf braunen Scheiben dieses Turmes stehen lässt. Auf diese Weise kann der Spieler 
bis zu fünf Felder besuchen. 

Betritt der Spieler dabei eines der aufgedruckten Gebäude, erlaubt ihm dies Aktionen. 
Er kann einen großen oder kleinen Auftrag erwerben, von der Botschaft zwei Aufträge erhalten oder 2 Besitzmarker oder Sonderkarten erhalten. Auf dem Warenlager kann sich der Spieler zwei der dort angegebenen Warensteinen aus dem Vorrat nehmen. In Villen kann er einen großen Auftrag erfüllen. 

Auf den Gassenfeldern kann keine Aktion ausgeführt werden. Betretene Gassenfelder haben aber am Ende eines Spielzugs eine wichtige Funktion : 
Nachdem der Zugspieler seine Zug für beendet erklärt hat, können Besitzmarker auf den Gebäuden platziert werden, die waagrecht oder senkrecht an solche Gassenfelder angrenzen, die der Spieler in seinem Spielzug betreten hat. 

Jedes Mal, wenn ein Spieler in einem Gebäude eine Aktion ausführt, in dem der Besitzmarker eines anderen Spielers liegt, erhält der Besitzer 10 Dukaten. 
Sonderkarten erlauben, die Möglichkeiten eines mit einem Besitzmarker ausgestattetes Gebäude auch dann zu nutzen, wenn der Händlerturm dieses Feld nicht erreicht. 

Wer Dukaten einnehmen will, muss Aufträge erfüllen. Dabei gilt es entweder zwei Gebäude in einem Spielzug ( Botschaft  ) zu erreichen, oder einen kleinen oder großen
Auftrag zu erfüllen. Im letzteren Fall müssen drei oder eine Ware, die vorher über die 
Warenlager erworben wurden, zu bestimmten Villen transportiert werden. Außer in den
Villen einen Auftrag zu erledigen, kann der Spieler dort auch eine Privileg Karte erwerben. 

Auf jeder Privilegkarte ist eines der 14 Gebäude notiert. Erwirbt man mehrere Privilegkarten, deren Gebäude in einer Kette zusammen hängen, erhält man am Spielende zusätzliche Dukaten. 

5 Sonderkarten erlauben zusätzliche Aktionen. Da darf das Startfeld des Händlerturmes ausgesucht werden, eine weitere Aktion ausführen, eine beliebige Ware nehmen, 1 : 1 Waren tauschen und eine Gebäudeaktion ausführen ( wenn dort ein eigener Besitzmarker liegt). 

Doch zum Abschluss kommen wir zum wesentlichen Spielelement von den 
" Händlern von Genua ". Es darf fleißig verhandelt werden. Da jeder Spieler nur 
eine Aktion ausführen darf, ist der Spieler, der an der Reihe ist, mehr oder weniger 
in der glücklichen Lage, seine Aktionen zu verkaufen. Betritt also ein Spieler mit dem 
Händlerturm ein Gebäude und hatte schon vorher eine seiner Aktionen ausgeführt, 
kann er die Aktion dieses Gebäude an den meist Bietenden verkaufen.
Dabei können Dukaten, Waren oder Karten eingesetzt werden. 
Weiterhin ist es möglich, Angebote von seinen Mitspieler einzuholen, wenn er den
Händlerturm in eine bestimmte Richtung zieht. 

Je nach Teilnehmerzahl variiert die Anzahl der Spielrunden : bei 2 Spieler verläuft das Spiel über höchstens 12, bei 3 Spielern über 10, bei 4 Spielern über 8 und bei 5 Spielern über 7 Runden. Die Rundenzahl kann sich aber auch verkürzen, da der Rundenzähler immer zwei Felder vorgesetzt wird, wenn der Händlerturm auf dem Marktplatz postiert wird. 

Wer die meisten Dukaten am Ende des Spiels besitzt, gewinnt das Spiel.
Warensteine oder noch vorhandene Aufträge werden nicht mehr berechnet. 


Bewertung :


Die ganzen Elemente dieses Spiels in eine Rezension einzubringen, sprengt den 
Rahmen. "Die Händler von Genua" ist sehr komplex und bietet eine Vielzahl von 
taktischen Möglichkeiten. Die Spielelemente sind optimal aufeinander abgestimmt.
Die Spielausstattung ist hervorragend. Zu Zweit lässt sich das Spiel gut spielen.

Die lange Spielzeit und die umfangreiche Spielanleitung mag zwar den einen oder 
anderen Spieler abschrecken, aber ich kann Sie beruhigen : 
schnell sind die einzelnen Möglichkeiten begriffen und dann macht das Spiel viel Spaß.
Positiv :
- sehr gute Ausstattung
- spannender Spielverlauf
- mittel bis gut zu Zweit spielbar
Negativ :
- hohe Komplexität
- recht lange Spielzeit