Tetris als
Brettspiel - na Bravo - wie soll das denn gehen?
Wie viele Nächte habe ich in heißen Duellen mit meiner Frau am
Computer verbracht ( und Sie können sich vorstellen, es gäbe da
auch andere Möglichkeiten, die Nacht zu verbringen ), um
Spielsteine
so auf einer Fläche unterzubringen, dass möglichst wenig Lücken
entstehen. Schnelle Reaktion war von Nöten um die einzelnen
Teile so zu drehen, dass - auch im Hinblick des nachfolgenden
Teiles - alles genau passt und wie oft mussten da kluge, kurzfristige
Entscheidungen herhalten um die 4 Reihen gleichzeitig abzubauen,
einen Tetris zu machen, um viele Punkte zu erhalten.
Kurzfristige Entscheidungen, schnelle Reaktion und das bei einem
Brettspiel? Herzhaftes Lachen! Das kann nicht gut gehen!
So öffnete ich die Spielpackung mit einer gesunden Skepsis und
sah erstmal die in Folien verpackten 62 Spielsteine - je 16 Teile
pro Spielfarbe. Weiterhin vier Rampen aus Plastik auf denen
beidseitig bedruckte Spieltafeln gelegt werden, die wiederum
mit einer durchsichtigen Plastikabdeckung abgedeckt werden.
Und genau auf dieser Abdeckung werden die Spielsteine gelegt.
Dabei werden sie von oben eingeschoben, vorher beliebig gedreht,
aber dann nur noch gerade heruntergezogen. Also der Tetriseffekt,
die Teile dann während des Herunterfallens noch seitlich in eine
Lücke einzuschieben, ist bei diesem Spiel nicht möglich.
So werden alle 16 tetrisartigen Spielsteine untergebracht.
Allerdings natürlich zufällig und dazu gibt es für alle 16 Teilen
Spielkarten, die nacheinander umgedreht werden. Jeder Spieler
muss dann genau dieses Teil nutzen und es einbauen und damit
nicht jeder das gleiche baut, werden zum Anfang einer Runde
für jeden Spieler ein Startkärtchen ausgeteilt - jeder Spieler beginnt
also mit einem anderen Tetristeil.
So werden vier Runden gespielt, da insgesamt vier Spieltafeln
für jeden Spieler vorhanden sind. Bei allen Teilen zählt jedes
freie Feld ( auf jeder Tafel sind runde Punkte als Felder gekennzeichnet
),
also für jede Lücke, die entstanden ist, einen Minuspunkt.
Auf den Tafeln 2,3 und 4 gibt es anstatt runder Felder auch
Sonderfelder, die Pluspunkte bringen. Sonderfelder müssen als
Lücken offen gelassen werden, um die Punkte zu erhalten.
Bei Tafel 1 erhält der Spieler für jede lückenlose, waagerechte Reihe
einen Pluspunkt.
Bei Tafel 2 sind die Sonderfelder Bonuszahlen von 1 bis 3, für
die es Punkte bringt und da ist es wichtig, wie auch bei Tafel 3 und
4, dass es für lückenlose, waagrechte Reihen keine Punkte mehr gibt.
Bei Tafel 3 kommen noch Minusfelder hinzu, die abgedeckt werden
müssen und Tafel 4 zeigt Symbole, von denen jedes Symbol
zweimal vorhanden ist. Jedes Symbo-Paar das am Durchgangsende
zu sehen ist, zählt drei Pluspunkte. Sieht man nur ein Symbol
zählt es 3 Minuspunkt und sind beide Symbole einer Art abgedeckt,
zählt es weder Plus- noch Minuspunkte.
Der Spieler kann auch entscheiden, ein Teil nicht einzubauen und
legt es dann einfach zur Seite. Dies ist aber nicht zu oft zu
empfehlen, da die Fläche letztlich am Ende des Durchgangs
fehlt und somit mehr Minuspunkte entstehen können.
Sobald alle 16 Spielkarten mit den Bauteilen gespielt sind, ist ein
Durchgang beendet und die nächste Spieltafel wird aufgelegt.
Alle 16 Spielkarten werden neu gemischt und es beginnt eine
neue Runde.
Sind alle vier Spieltafeln gespielt, endet das Spiel und der Spieler
mit den meisten Punkten gewinnt.
In einer Solovariante kann ein Spieler versuchen, möglichst viele
Punkte zu erhalten.
Fazit:
Kurzfristige Entscheidungen, schnelle Reaktion und das bei einem
Brettspiel? Genau dies ist es, was diesem Spiel fehlt. Es geht eher
ruhiger zu, kaum spielbezogene Kommunikation mit den Mitspielern,
keine Interaktion, kein Ärgerfaktor. Das Spiel lebt eher von einem
kleinen Spannungsfaktor, welches Teil wohl als nächstes eingebaut
werden muss und ob es noch von der Abdeckfläche reicht, wenn
ich ein Teil einmal nicht einbaue.
Die Spielidee ist nett und wahrscheinlich ist Tetris als Brettspiel
auch nicht besser umzusetzen, doch fehlte mir bei diesem Spiel
die Interaktion und es stört mich, das jeder Spieler so vor sich
hinspielt.
Mein endgültiges Fazit lautet: ein nettes Spiel für Zwischendurch
- vor allem mit Kindern sehr gut zu spielen - aber eben nicht das
Spiel, für das ich einen Spielabend mit Freunden organisieren würde.
Aber bei meiner tetrisverrückten Familie und da reiht sich mein
zukünftiger Schwiegersohn nahtlos an, wird es sich wohl nicht
vermeiden lassen, dass dieses Spiel immer mal wieder auf dem
Spieltisch erscheint.
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