Einleitung
Rom, im zweiten Jahrhundert v.Chr. :
noch liegen die sieben Hügel ruhig da. Der Tiber mäandert gemächlich
durch die Stadt, die wichtigsten Bauwerke sind errichtet und es ist kaum
etwas zu spüren von der regen Bautätigkeit, die in Kürze beginnen
wird.
In dieser Blütezeit Roms stehen sich die Spieler in der Rolle mehrerer
Adelsfamilien rund um den Capitollinischen Hügel gegenüber. Der
Wettstreit um die prächtigsten Villen der Stadt und die Vorherrschaft
in den einzelnen Präfekturen wird durch die kluge Wahl des richtigen
Zeitpunkts und des richtigen Ortes entschieden. Zusätzlich zu den
sieben Hügeln bauen die Spieler in zwei weiteren Präfekturen : auf dem
Marsfeld und auf der Tiber - Insel. So ergeben sich die 9 Präfekturen,
in denen Sie nun zu römischen Rivalen werden.
Das Spiel
Die Spieler bauen Häuser und versuchen, in den 9 Präfekturen
möglichst oft die Mehrheit an Bausteinen zu erreichen. Dafür benutzen
sie Karten, die sie auch bei den Auktionen in jeder Runde als Gebot
benötigen. Wer nach der letzten Wertung insgesamt am meisten Punkte
erzielt hat, gewinnt das Spiel.
130 kleine Holzbausteine lachen einem entgegen, wenn die Schachtel
geöffnet wird.
Davon sind 40 Dächer - Holzbausteine ( in vier Farben á 10 Stück, pro
Farbe fünf runde und fünf eckige Dächer ) und 90 normale rechteckige Klötzchen.
Die normalen Bausteine dienen zum Bau und Ausbau eines Hauses. Wird
darauf ein Dach gelegt, ist der Bau dieses Hauses beendet. Zu Anfang
erhält jeder Spieler alle Dächer einer Farbe und sechs normale
Bausteine. Damit baut er - sozusagen als "Startkapital" vier
Häuser :
zwei Häuser mit einem Baustein und einem runden und einem eckigen Dach
und zwei Häuser mit zwei Bausteinen und jeweils einem eckigen und
runden Dach.
Weiterhin stehen 62 Aktionskarten zur Verfügung; dies sind Dach-Karten,
Bausteine- Karten und Baugenehmigungs - Karten. Diese Karten werden nach
Ihrer Art getrennt sortiert und gemischt. Jeder Spieler erhält 2 Dach -
Karten, 2 Bausteine - Karten und 4 Baugenehmigungen. Die restlichen
Karten werden dann als drei Stapel neben den Spielplan gelegt, wobei die
oberste Karte jeweils offen zu sehen ist.
Jedem Spieler stehen 4 Runden zur Verfügung, dieses Ziel zu erreichen.
Jede Runde wiederum ist aufgeteilt in eine Bauphase, Auktionsphase,
Wertungsphase und eine
Karten - Ziehphase. In der Bauphase spielt der Spieler so viele seiner
Handkarten, wie er möchte. Wer an der Reihe ist, spielt eine Karte -
danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Wer keine Karte mehr
spielen will, muss "passen" - dieser Spieler scheidet aus der
Bauphase aus. Die Bauphase ist erst dann beendet, wenn kein Spieler mehr
Karten spielen will - also alle "gepasst" haben. Entsprechend
der Karte, führt er Aktionen durch. Mit einer Bausteine - Karte nimmt
er sich zwei Bausteine aus der Spielschachtel und legt diese vor sich
hin. Damit kann er nun bestehende Gebäude ausbauen oder neue Gebäude
gründen. Sind die Bausteine erst einmal platziert, dürfen sie später
nicht mehr geändert werden.
Mit einer Dachkarte, wird ein Haus abgeschlossen. Dazu legt der Spieler
einer noch freien Dächer ( wahlweise ein rundes oder eckiges Dach ) auf
einen Turm von seinen Bausteinen.
Mit der Baugenehmigung kann er nun die Häuser auf den Spielplan
bringen, die mit einem Dach abgeschlossen sind. Dazu stehen im 9
Präfekturen ( Gebiete ) zur Verfügung. Jede Präfektur hat
unterschiedlich viele kleinere Felder - die Bauplätze.
Eine Baugenehmigungs - Karte gibt durch dessen Farbe vor, auf welche der
Präfekturen er sein Häuschen stellen darf. Dazu sind jeweils drei
Präfekturen in einer Farbe gekennzeichnet. Mit einer Baugenehmigung
können also in einer von drei Präfekturen
gebaut werden. Dabei gelten aber noch bestimmte Regeln :
- das Haus muss auf einen freien Bauplatz gebaut werden
- das Haus muss die gleiche Dachform besitzen, wie alle Häuser in der
Präfektur.
- das erste Haus in einer Präfektur muss genau ein Baustein hoch sein;
die folgenden
Häuser müssen entweder gleich hoch oder ein Baustein höher
sein.
Als nächstes beginnt die Auktionsphase. Hierbei spielen wieder die
Handkarten eine entscheidende Rolle. Außer das die Karten Aktionen
zeigen, sind die Karten auch mit Wertigkeiten 1 - 8 versehen und dienen
als Versteigerungskarten. Dazu nimmt der Spieler seine Handkarten und
sortiert diese in eine bestimmt Reihenfolge. Eine Senatorenkarte, die
der Spieler zu Anfang erhalten hat, grenzt in diesem Stapel die
eingesetzten Karten ab. Die Spieler legen also alle Handkarten vor sich
hin und drehen dann solange Karten um, bis der Senator kommt. Alle dann
offenliegenden Karten bilden den eingesetzten Versteigerungswert jedes
Spielers.
Ersteigert werden können : Brunnen, Amphitheater und Tempel. Davon
stehen pro Runde immer eine festgelegte Anzahl zur Verfügung. Nachdem
die ersteigerten Objekte auf dem Spielplan verteilt wurden, beginnt die
Wertungsphase.
Jede der 9 Präfekturen wird abgerechnet.
Der Spieler mit den meisten Bausteinen in dieser Präfektur erhält zwei
Punkte und zusätzlich einen Punkt für jeden Brunnen in dieser
Präfektur.
Der Spieler mit den zweitmeisten Bausteinen erhält nur die Brunnen
gewertet.
Lieg in der Präfektur ein Tempel, werden die Punkte verdoppelt.
Jetzt kommt die Kartennachziehphase. Beginnend mit dem Startspieler
zieht nun jeder Spieler hintereinander weg, sechs Karten von den
Stapeln. Da die oberste Karte immer offen liegt, kann er die für sich
günstigste Karte wählen. Wer die Mehrheit in einer Präfektur besitzt,
in der ein Amphitheater vorhanden ist, darf zwei Karten zusätzlich
ziehen.
Nach der vierten Wertungsrunde endet das Spiel und der Spieler mit den
meisten Punkten gewinnt.
Bewertung :
"Capitol" ist ein wunderbares Spiel. Allerdings fragt man
sich, wie viele Spiele dieser Art
noch auf den Markt kommen werden. Es stellen sich langsam
Ermüdungserscheinungen bei Spielen ein, die wieder einmal das Thema
haben : "ich habe da mehr stehen als Du".
Diese Mehrheitsspiele gibt es reichlich und "Capitol"
schließt sich nahtlos daran an.
Interessant sind einige Spielelement, die das Spiel dann doch etwas
unterscheiden.
Pfiffig finde ich das Zusammenstellen der Spielkarten für die
Versteigerung oder die Regel mit den verschiedenen Dachformen. Ebenso
gefällt mir, dass die Anzahl der Bausteine und nicht die Anzahl der
Häuser entscheiden und das solange Karten gespielt werden können, bis
"gepasst" wird. Das die Karten : Aktionskarten und auch
gleichzeitig durch Ihren Kartenwert für die Versteigerung eingesetzt
werden können, lässt dies dem Spieler die Entscheidung : Bauen oder
für die Versteigerung aufheben ? Schön ist eine gelungene
Wertungsleiste die mit Schiebereglern den Punktestand angibt.
Die Spielausstattung ist sehr schön - Holzbausteine bieten halt immer
eine besondere Atmosphäre. Es bleibt der Gesamteindruck : tolles Spiel,
vielleicht ein paar Jahre zu spät am Markt. Für alle Spieler die Mehrheitsspiele
mögen - oder noch keines besitzen,
ist dieses Spiel absolut empfehlenswert.
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| Positiv : |
- sehr gute Ausstattung
- schöne neuartige Spielelemente
- sehr gute Spielanleitung
- schöne Zählleiste
- spannender Spielverlauf |
| Negativ : |
- gibt schon Spiele dieser Art
- nicht so gut zu Zweit spielbar
- wenig spielbezogene Kommunikation |
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