Capitol

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Autor : Alan R. Moon´s &
Aaron Weissblum´s

capitol.jpg (28192 Byte)

Verlag : Schmidt Spiele 
Spieler : 2 - 4
Alter : ab 10 Jahre
Dauer : ca. 60 Minuten
Einleitung 

Rom, im zweiten Jahrhundert v.Chr. : 
noch liegen die sieben Hügel ruhig da. Der Tiber mäandert gemächlich durch die Stadt, die wichtigsten Bauwerke sind errichtet und es ist kaum etwas zu spüren von der regen Bautätigkeit, die in Kürze beginnen wird. 
In dieser Blütezeit Roms stehen sich die Spieler in der Rolle mehrerer Adelsfamilien rund um den Capitollinischen Hügel gegenüber. Der Wettstreit um die prächtigsten Villen der Stadt und die Vorherrschaft in den einzelnen Präfekturen wird durch die kluge Wahl des richtigen Zeitpunkts und des richtigen Ortes entschieden. Zusätzlich zu den sieben Hügeln bauen die Spieler in zwei weiteren Präfekturen : auf dem Marsfeld und auf der Tiber - Insel. So ergeben sich die 9 Präfekturen, in denen Sie nun zu römischen Rivalen werden. 

Das Spiel
 

Die Spieler bauen Häuser und versuchen, in den 9 Präfekturen möglichst oft die Mehrheit an Bausteinen zu erreichen. Dafür benutzen sie Karten, die sie auch bei den Auktionen in jeder Runde als Gebot benötigen. Wer nach der letzten Wertung insgesamt am meisten Punkte erzielt hat, gewinnt das Spiel.

130 kleine Holzbausteine lachen einem entgegen, wenn die Schachtel geöffnet wird. 
Davon sind 40 Dächer - Holzbausteine ( in vier Farben á 10 Stück, pro Farbe fünf runde und fünf eckige Dächer ) und 90 normale rechteckige Klötzchen.  Die normalen Bausteine dienen zum Bau und Ausbau eines Hauses. Wird darauf ein Dach gelegt, ist der Bau dieses Hauses beendet. Zu Anfang erhält jeder Spieler alle Dächer einer Farbe und sechs normale Bausteine. Damit baut er - sozusagen als "Startkapital" vier Häuser :
zwei Häuser mit einem Baustein und einem runden und einem eckigen Dach und zwei Häuser mit zwei Bausteinen und jeweils einem eckigen und runden Dach. 

Weiterhin stehen 62 Aktionskarten zur Verfügung; dies sind Dach-Karten, Bausteine- Karten und Baugenehmigungs - Karten. Diese Karten werden nach Ihrer Art getrennt sortiert und gemischt. Jeder Spieler erhält 2 Dach - Karten, 2 Bausteine - Karten und 4 Baugenehmigungen. Die restlichen Karten werden dann als drei Stapel neben den Spielplan gelegt, wobei die oberste Karte jeweils offen zu sehen ist.  

Jedem Spieler stehen 4 Runden zur Verfügung, dieses Ziel zu erreichen. Jede Runde wiederum ist aufgeteilt in eine Bauphase, Auktionsphase, Wertungsphase und eine 
Karten - Ziehphase. In der Bauphase spielt der Spieler so viele seiner Handkarten, wie er möchte. Wer an der Reihe ist, spielt eine Karte - danach ist der nächste Spieler an der Reihe. Wer keine Karte mehr spielen will, muss "passen" - dieser Spieler scheidet aus der Bauphase aus. Die Bauphase ist erst dann beendet, wenn kein Spieler mehr Karten spielen will - also alle "gepasst" haben. Entsprechend der Karte, führt er Aktionen durch. Mit einer Bausteine - Karte nimmt er sich zwei Bausteine aus der Spielschachtel und legt diese vor sich hin. Damit kann er nun bestehende Gebäude ausbauen oder neue Gebäude gründen. Sind die Bausteine erst einmal platziert, dürfen sie später nicht mehr geändert werden. 

Mit einer Dachkarte, wird ein Haus abgeschlossen. Dazu legt der Spieler einer noch freien Dächer ( wahlweise ein rundes oder eckiges Dach ) auf einen Turm von seinen Bausteinen.

Mit der Baugenehmigung kann er nun die Häuser auf den Spielplan bringen, die mit einem Dach abgeschlossen sind. Dazu stehen im 9 Präfekturen ( Gebiete ) zur Verfügung. Jede Präfektur hat unterschiedlich viele kleinere Felder - die Bauplätze. 
Eine Baugenehmigungs - Karte gibt durch dessen Farbe vor, auf welche der Präfekturen er sein Häuschen stellen darf. Dazu sind jeweils drei Präfekturen in einer Farbe gekennzeichnet. Mit einer Baugenehmigung können also in einer von drei Präfekturen
gebaut werden.  Dabei gelten aber noch bestimmte Regeln : 

- das Haus muss auf einen freien Bauplatz gebaut werden 
- das Haus muss die gleiche Dachform besitzen, wie alle Häuser in der Präfektur. 
- das erste Haus in einer Präfektur muss genau ein Baustein hoch sein; die folgenden 
  Häuser müssen entweder gleich hoch oder ein Baustein höher sein. 

Als nächstes beginnt die Auktionsphase. Hierbei spielen wieder die Handkarten eine entscheidende Rolle. Außer das die Karten Aktionen zeigen, sind die Karten auch mit Wertigkeiten 1 - 8 versehen und dienen als Versteigerungskarten. Dazu nimmt der Spieler seine Handkarten und sortiert diese in eine bestimmt Reihenfolge. Eine Senatorenkarte, die der Spieler zu Anfang erhalten hat, grenzt in diesem Stapel die eingesetzten Karten ab. Die Spieler legen also alle Handkarten vor sich hin und drehen dann solange Karten um, bis der Senator kommt. Alle dann offenliegenden Karten bilden den eingesetzten Versteigerungswert jedes Spielers. 
Ersteigert werden können : Brunnen, Amphitheater und Tempel. Davon stehen pro Runde immer eine festgelegte Anzahl zur Verfügung. Nachdem die ersteigerten Objekte auf dem Spielplan verteilt wurden, beginnt die Wertungsphase. 

Jede der 9 Präfekturen wird abgerechnet. 
Der Spieler mit den meisten Bausteinen in dieser Präfektur erhält zwei Punkte und zusätzlich einen Punkt für jeden Brunnen in dieser Präfektur. 
Der Spieler mit den zweitmeisten Bausteinen erhält nur die Brunnen gewertet. 
Lieg in der Präfektur ein Tempel, werden die Punkte verdoppelt. 

Jetzt kommt die Kartennachziehphase. Beginnend mit dem Startspieler zieht nun jeder Spieler hintereinander weg, sechs Karten von den Stapeln. Da die oberste Karte immer offen liegt, kann er die für sich günstigste Karte wählen. Wer die Mehrheit in einer Präfektur besitzt, in der ein Amphitheater vorhanden ist, darf zwei Karten zusätzlich ziehen. 

Nach der vierten Wertungsrunde endet das Spiel und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt. 


Bewertung : 

"Capitol" ist ein wunderbares Spiel. Allerdings fragt man sich, wie viele Spiele dieser Art 
noch auf den Markt kommen werden. Es stellen sich langsam Ermüdungserscheinungen bei Spielen ein, die wieder einmal das Thema haben : "ich habe da mehr stehen als Du".
Diese Mehrheitsspiele gibt es reichlich und "Capitol" schließt sich nahtlos daran an. 

Interessant sind einige Spielelement, die das Spiel dann doch etwas unterscheiden. 
Pfiffig finde ich das Zusammenstellen der Spielkarten für die Versteigerung oder die Regel mit den verschiedenen Dachformen. Ebenso gefällt mir, dass die Anzahl der Bausteine und nicht die Anzahl der Häuser entscheiden und das solange Karten gespielt werden können, bis "gepasst" wird. Das die Karten : Aktionskarten und auch gleichzeitig durch Ihren Kartenwert für die Versteigerung eingesetzt werden können, lässt dies dem Spieler die Entscheidung : Bauen oder für die Versteigerung aufheben ? Schön ist eine gelungene Wertungsleiste die mit Schiebereglern den Punktestand angibt. 

Die Spielausstattung ist sehr schön - Holzbausteine bieten halt immer eine besondere Atmosphäre. Es bleibt der Gesamteindruck : tolles Spiel, vielleicht ein paar Jahre zu spät am Markt. Für alle Spieler die Mehrheitsspiele mögen - oder noch keines besitzen, 
ist dieses Spiel absolut empfehlenswert.  
Positiv :
- sehr gute Ausstattung
- schöne neuartige Spielelemente
- sehr gute Spielanleitung 
- schöne Zählleiste 
- spannender Spielverlauf
Negativ :
- gibt schon Spiele dieser Art
- nicht so gut zu Zweit spielbar
- wenig spielbezogene Kommunikation