Mit einer
gewizzen Zkepsis - oh Entschuldigung, der Spieltitel hat mich
wohl etwas verwirrt - also noch mal: einer gewissen Skepsis, ziehe
ich 5 Wissenssteine aus einem Stoffsäckchen und verteile diese auf
meinem Spielfeld. Dafür stehen mir 4 Felder zur Verfügung, die mit
eins bis vier Punkten bezeichnet sind und auf die ich meine gezogenen
Wissenssteine beliebig verteilen darf.
Und bei Architektur, Bühne & Kunst, Geschichte und Politik fällt
mir die Entscheidung recht leicht. Da wähle ich Politik doch für
4 Punkte, glaube ich, dort einiges Grundwissen zu haben und
Bühne & Kunst wird auf das 1 Punktefeld verbannt, denn wenn
ich Fragen in einer der Kategorien richtig beantworte, bekomme
ich genau die Punkte gutgeschrieben, auf deren Felder ich die
entsprechenden Wissenssteine legte.
Und wie das Rateleben so spielt, beantworte ich Bühne & Kunst
ohne Probleme und Politik eben nicht.
Doch da alle Spieler das gleiche Problem haben, bleibe ich ganz
locker und warte deren Antworten ab. Merke ich, dass da ein
Spieler "ins Schleudern" kommt und ich selbst die Frage
beantworten könnte, setze ich mit Ansage "Bezzerwizzer" meinen
Bezzerwizzerstein in die Spielfeldmitte.
Kann mein Mitspieler die Frage nicht beantworten, kommt meine
große Stunde. Ich nenne die richtige Antwort und erhalte dafür
einen Extrapunkte. Dumm, wenn ich die falsche Antwort gebe,
dann erhalte ich einen Minuspunkt und noch dümmer, wenn
mein Gegenspieler, in einem Anfall eines spontanen Wissens-
blitzes, doch noch die richtige Antwort abgibt. Dann verliere
ich meinen Bezzerwizzerstein und davon habe ich nur zwei
Stück.
Dies tritt auch dann ein, wenn der Gegenspieler mit gespielten
Stirnenrunzeln einen Bluff gelandet hat und sich vorerst mit
seiner schon längst gewussten Antwort etwas zurück hielte.
Aber dann kommt mein persönlicher Racheakt mit meinem
Zwap-Stein. Damit nehme ich ihm einen seiner Wissensteine
ab und tausche ihn gegen einer meiner Steine oder ich
sortiere mal kurz seine Wissenssteine auf seinem Spielfeld
um.
Setze ich meinen Bezzerwizzerstein ein, bevor die Frage
gestellt wurde, kann ich sogar 3 Punkte erzielen, vorausgesetzt
mein Gegenspieler weiß keine Antwort. Dies einzuschätzen ist
natürlich schwer. Weiß der Spieler die Antwort ist der
Bezzerwizzerstein verloren.
Alles kleine, gemeine Bösartigkeiten, die aber alles nichts
helfen, wenn letztlich doch der gewinnt, der mit dem
größeren Allgemeinwissen aufwarten kann und dies ist
dringend erforderlich.
250 Frage- und Antwortkärtchen mit jeweils 20 Fragen in
den 20 Kategorien, erfordern schon gutes Allgemeinwissen
von der Spielern. Da ist es schon wie ein Joker, wenn einmal
eine Frage kommt: "In welchem Schachzug werden Turm und
König gleichzeitig bewegt?". Doch wird der Spieler sofort
wieder in die Realität zurückgeholt, wenn dann eine Frage
wie: "Welcher Großaktionär von VW wurde 2002 zum
Aufsichtsratsvorsitzenden des Unternehmens ernannt?"
kommt. Während bei der ersten Frage "die Rochade" nur so
heraussprudelt, muss mit "Ferdinand Piech" schon etwas
mehr in den grauen Zellen gesucht werden.
Architektur, Brauchtum & Glaube, Bühne & Kunst, der Mensch,
Design & Mode, Essen & Trinken, Film, Geografie, Geschichte,
Gesellschaft, Literatur, Medien, Musik, Natur, Naturwissenschaften,
Politik, Spiel & Sport, Sprache, Technik, Wirtschaft.
Dies sind die Kategorien, um die gespielt wird und wer zuerst
20 Punkte erzielen konnte, die mit einem Wertungsstein auf
einer Wertungsleiste gekennzeichnet werden, gewinnt das Spiel.
Nachdem alle Spieler ihre vier Fragen beantwortet haben, werden
die Wissenssteine wieder zurück in das Säckchen gelegt. Jeder
zieht erneut vier Wissenssteine und eine neue Runde beginnt.
Fazit:
Ein tolles Quizspiel, was sich von anderen Quizspielen abhebt.
Die Möglichkeit, die unterschiedlichen Kategorien mit eins
bis vier Siegpunkten selbst einzuschätzen macht viel Spaß.
Die Regel des Bezzerwizzersteins finde ich in so weit als
nicht gelungen, als der Stein eingesetzt werden muss, bevor
die Antwort gegeben wird. Damit eröffnet sich zwar eine
Bluffmöglichkeit des Gegenspielers ... oh, ich glaube, diese
Frage weiß ich nicht, die aber nicht unbedingt in einem
Ratespiel erwartet wird.
Wir habe es so gespielt, dass der Bezzerwizzerstein auch
nach der Beantwortung der Frage einsetzbar ist und man
glaubt, die richtige Antwort zu kennen.
Ein weiterer Negativpunkt ist der unterschiedliche Schwierigkeits-
grad der einzelnen Fragen. Dies ist aber wohl in Quizspielen
jeglicher Art ein Problem und lässt sich wohl auch nicht lösen.
Der letzte Negativpunkt ist wohl der Preis, der mit ca. 45 Euro
schon recht angespannt ist. Allerdings ist durch die schöne
Spielausstattung der Preis wohl auch gerechtfertigt.
Genug der negativen Bewertungen. Letztlich gehört Bezzerwizzer
wohl zu dem besten Quizspiele, das ich kenne und es wird
bestimmt noch öfter auf unserem Spieltisch landen. |